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Dos and Don’ts in China


Teil 1 – Begrüßung, Gespräche, Meetings und Geschenke

Teil 2 – Geschäftsessen


Gerade in China wird größten Wert auf korrekten Verhaltensregeln gelegt. Wir haben deshalb unter dieser Rubrik praktische Tipps zusammengestellt. Schauen Sie regelmäßig auf dieser Seite vorbei, Sie werden laufend neue, hilfreiche Hinweise finden!

Teil 1 – Begrüßung, Gespräche, Meetings und Geschenke

Wer in Chinas Geschäftswelt Erfolg haben will, tut gut daran, sich auch mit Kultur und Mentalität vertraut zu machen. Viele Verhaltensweisen und Bräuche sind grundsätzlich anders als in der westlichen Welt. Das beginnt bereits mit der Begrüßung und dem ersten Gespräch. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Fettnäpfchen zu vermeiden und mit guten Umgangsformen zu punkten.


Begrüßung

china bow
  • Chinesen begrüßen sich in der Regel mit einer leichten Verbeugung. Insbesondere in Großstädten ist aber auch der westliche Händedruck bekannt, allerdings ähnelt dieser in China eher einem Ineinanderlegen der Hände – ein zu fester Handschlag wird als unhöflich empfunden.
  • Wenn Ihnen währende der Vorstellungsrunde applaudiert wird Klatschen Sie einfach mit. Der Beifall ist ein Zeichen des Willkommenheißens.
  • Besondere Bedeutung haben Visitenkarten. Bereiten Sie am besten zweisprachige Visitenkarten vor - auf der einen Seite in Englisch, auf der anderen in Chinesisch. Die Karten werden stets mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung überreicht, die Schrift dem Geschäftspartner zugewandt. Dabei sagt man seinen Namen. Die Karte des Gegenübers wird auf gleiche Weise entgegen genommen und vollständig durchgelesen.
  • Auf die Anrede mit vollem Job- oder akademischem Titel wird besonders viel Wert gelegt. In China wird erst der Nachname (meist eine Silbe), dann der Vorname (in der Regel zwei Silben) genant. In Hongkong und Taiwan hat man neben dem chinesischen Vornamen oft auch einen europäischen Vornamen, der vor allem im Geschäftsleben benutzt wird.


Gesprächskultur

  • Chinesische Geschäftspartner sind nicht nur an dem Produkt und dem Unternehmen interessiert, sondern auch an den Menschen dahinter. Für eine erfolgreiche Partnerschaft sollte man daher auch immer etwas Persönliches über sich erzählen. Fragen nach der Familie, den Kindern oder dem Einkommen gelten als normal.
  • Ein fester, bestimmter Blick in die Augen des Gegenübers wird in China als unangenehm und aufdringlich angesehen.
  • Gerade im Geschäftsleben ist es für Chinesen äußerst wichtig, ihr Gesicht zu wahren und dem Gegenüber Respekt zu zollen. Verhandlungen können daher nur als erfolgreich gelten, wenn ein Kompromiss gefunden wird, der keine Niederlage für eine Partei darstellt und in einem höflichen und harmonischen Verhandlungsstil ausgehandelt wurde.
  • Heikle Gesprächsthemen wie Kritik an der chinesischen Regierung, Verletzung von Menschenrechten o. ä. sollten in Geschäftsbeziehungen vermieden werden.
  • Diskussionen hingegen sind willkommen, entscheidend ist jedoch, dass am Ende ein Konsens steht.
  • Ein ausgesprochenes „ja“ muss in China nicht unbedingt ein „ja“ meinen. Da es als unhöflich verstanden wird, eine Bitte oder Forderung abzulehnen, signalisiert man erst einmal seine Hilfe und Bereitschaft.
  • Kritik wird in China nur indirekt geäußert – Streit muss in jedem Fall vermieden werden, die Aufrechterhaltung der Harmonie steht an oberster Stelle.
  • Einen großen Sympathiepluspunkt gewinnen westliche Geschäftspartner, wenn sie einige Sätze in Chinesisch sprechen können.


Meetings und Besprechungen

  • Auch zeitlich knapp bemessene Meetings sollten mit einem 5–10-minütigen Smalltalk beginnen.
  • Komplimente über China werden gern gehört. Die Chinesen sind sehr stolz auf ihr Land, und sie hören mit Vorliebe Positives von Ausländern.
  • Bei Verhandlungen ist in China Geduld gefragt – es muss viel Zeit und Ausdauer investiert werden. Selbst ein Vertragsabschluss ist nicht zwangsläufig endgültig, es können immer noch Änderungswünsche oder Neuvorschläge kommen.
  • Hierarchien spielen eine wichtige Rolle in China: Bei Meetings und Besprechungen ist es daher dementsprechend wichtig, die genaue Stellung des Gegenübers im Unternehmen zu kennen.
  • Auch das Alter der Geschäftspartner ist entscheidend: Seniorität gilt oft noch mehr als Kompetenz.


Gastgeschenke

  • Die asiatische Kultur ist stark beziehungsorientiert, daher spielen Geschenke eine große Rolle. Besucht man einen chinesischen Geschäftspartner zum ersten Mal, sollte man ein Präsent dabei haben. In Frage kommen zum Beispiel edle Pralinen, Spirituosen oder sehr hochwertige Bildbände. Uhren sind hingegen tabu – sie stehen für Vergänglichkeit und Tod. Auch ein Schirm wäre unpassend, denn dies würde bedeuten, dass man sich trennen möchte.
  • Gastgeschenke sollten immer eingepackt verschenkt werden, rotes Geschenkpapier ist dabei eine gute Wahl, denn Rot ist die Farbe des Glücks.
  • Die mitgebrachten Geschenke werden erst nach der Verabschiedung der Gäste ausgepackt.
  • Im Gegensatz zu Europa oder den USA sind Blumen ein unpassendes Geschenk, da diese vor allem bei Todesfällen mitgebracht werden. Eine Ausnahme sind weiße Lilien, denn sie heißen wörtlich übersetzt „Blumen der vollkommenen Harmonie“.



Teil 2 – Geschäftsessen

„In der Familie sei sparsam, doch Gästen gib reichlich“ – dieses chinesische Sprichwort verdeutlicht den Stellenwert des gemeinsamen Essens in China. Gerade im Geschäftsalltag spielen Essenseinladungen eine wichtige Rolle, da in China Geschäfte traditionell eher im informellen Rahmen gemacht werden. Dabei wird das gemeinsame Essen auch als Gelegenheit gesehen, einander besser kennen zu lernen. Folglich sollte nicht nur Geschäftliches besprochen werden, auch Themen wie Familie oder Urlaub dürfen Sie ansprechen. Allerdings ist es nicht üblich, den Ehepartner zum Geschäftsessen mitzubringen.


Einladungen und Essensprotokoll

  • Pünktlichkeit ist auch in China eine wichtige Tugend – werden Sie von einem Bekannten nach Hause eingeladen, kommen Sie am besten sogar ein bisschen zu früh, bleiben dafür aber nicht zu lange.
  • Bei einem Geschäftsessen im Restaurant wird in der Regel aus Respekt vor den Gästen ein abgetrennter Nebenraum reserviert.
  • Die wichtigsten Gäste werden an der rechten Seite des Gastgebers platziert.
  • Getrennte Rechnungen sind verpönt.
  • Auf eine Einladung sollte immer eine Gegeneinladung erfolgen.



Tischsitten

  • In der Regel umfasst ein Geschäftsessen mehrere Gänge mit vielen verschiedenen Einzelgerichten, die in der Mitte des Tisches platziert werden. Es ist üblich, dass man sich direkt mit seinen Stäbchen von allen Tellern bedient, ein eigenes Gericht gibt es nicht.
  • Reichhaltiges Essen mit zahlreichen aufwendigen Gerichten ist in China ein Weg, um seinen Wohlstand auszudrücken. Als Spezialitäten gelten Schlangen, Frösche, Wasserschildkröten und Schnecken. Obst ist stets der letzte Gang eines Essens und signalisiert, dass nun bald aufgebrochen werden sollte.
  • Niemals sollte der Gast seinen gesamten Teller leer essen, denn dies würde bedeuten, dass der Gastgeber nicht genügend angeboten hätte. Es muss immer eine gewisse Menge an Essen übrig bleiben. So kann es durchaus vorkommen, dass noch Gerichte nachbestellt werden, obwohl eigentlich alle bereits satt sind.
  • Die chinesischen Tischmanieren erscheinen Europäern mitunter ungewöhnlich: Laut aufstoßen, schmatzen, schlürfen, rauchen während des Essens oder sich die Zähne säubern gilt in China nicht als schlechtes Benehmen. Auch mit vollem Mund zu sprechen oder unverdauliche Speisereste auf dem Tisch abzulegen ist nicht verpönt.
  • Keinesfalls sollte man sich hingegen am Tisch die Nase putzen. Zu diesem Zweck ist ein Gang zur Toilette angesagt.
  • Ebenfalls zu beachten ist die Platzierung der Stäbchen: Sie werden niemals so in den Reis gesteckt, dass sie stehen bleiben. Dies wäre ein Symbol für den Tod und damit ein böses Ohmen, denn auf diese Weise werden den Toten Opfer dargeboten. Stattdessen sollten die Essstäbchen immer neben dem Teller mit der Griffseite auf den Tisch gelegt werden. Die Mundseite wird auf einem Schälchen oder einem kleinen Porzellan-Bänkchen platziert.
  • Beim Essen mit Stäbchen auf andere zu zeigen oder bei guter Stimmung damit auf den Tisch zu klopfen, ist unhöflich.
  • Schenkt jemand allerdings Tee ein, kann man als Dank mit den Fingerspitzen auf den Tisch klopfen: Wenn der Gast jünger ist als der Einschenkende mit dem Zeigefinger, im umgekehrten Fall mit dem Zeige- und Mittelfinger zusammen.
  • Trinkgeld war in China früher eher unüblich, ist heute aber vor allem in Touristengebieten gerne gesehen.



Getränke

  • Zum Essen wird neben den bestellten Getränken oft Tee als Durstlöscher gereicht. Dabei handelt es sich meist um Schwarztee, Jasmintee oder halbfermentierten grünen Tee.
  • Weit verbreitete Biersorten sind das chinesische Tsingtao sowie Importbiere. Einer der beliebtesten Schnäpse in China ist der Maotai-Schnaps, der mit dem deutschen Korn oder dem russischen Wodka vergleichbar ist. Achtung: Das chinesische Wort für Schnaps wird oft mit „White Wine“ übersetzt.
  • Rund 56 Prozent der Chinesen vertragen Alkohol schlecht, da ihnen ein wichtiges Enzym zum Abbau des Alkohols im Körper fehlt. Nichtsdestoweniger wird vor allem im Norden des Landes gerne ein Gläschen mit Geschäftsfreunden getrunken. So folgt einem Meeting meist eine Einladung ins Restaurant oder in eine Bar. Diese Einladung abzulehnen, würde als sehr unhöflich gelten. Möchte man dennoch keinen Alkohol trinken, gilt es eine passende Ausrede zu finden: Das klassische „Ich muss noch fahren“ entfällt in der Regel, da man als Ausländer meist mit dem Taxi oder einem Chauffeur unterwegs ist. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel zu betonen, dass man gerne mit Anstoßen würde, aber leider gerade ein Medikament nehmen müsse, das Alkoholkonsum verbiete. So bewahrt der Gastgeber sein Gesicht und Sie selbst können getrost auf Tee umsteigen.
  • Ein Trinkglas sollte in China immer voll sein – daher wird auch nachgeschenkt, wenn man gerade erst einen Schluck getrunken hat. Sich selbst nachzuschenken ist allerdings verpönt. Ein Glas mit einem alkoholischen Getränk sollte nur in einem Zug geleert werden, wenn man dazu aufgefordert wird.
  • Beim Anstoßen und Zuprosten gibt es in China ein paar Feinheiten, die zwar nicht unbedingt von einem Ausländer erwartet werden, aber trotzdem gerne gesehen sind. Als besondere Respektbezeugung wird das Glas beim Anstoßen mit zwei Händen gehalten: Eine Hand hält das Glas normal, die andere Hand wird mit der Handfläche nach oben unter den Glasboden gehalten. Des Weiteren gilt es als besonders höflich, das eigene Glas beim Anstoßen etwas niedriger zu halten als das Glas des Gegenübers.